Bericht der Lebensmittelaktion für Osteuropa 2010 - von Karl Bloderer

Von Kirchdorf über Graz ging es zur ersten Station nach Nagybajom (südlich vom Plattensee) in ein Kinderheim, wo wir herzlich empfangen wurden. Wir übergaben 20 Karton Lebensmittel und das Friedenslicht, das hier unbekannt war.

Weiter ging es Richtung Ostungarn mit einer Zwischenübernachtung im Behindertenheim Örbottyan (Nähe Budapest). Unsere nächste Station war das von P. Gots gegründete Kamillianerkloster in Nyiregyháza (Ostungarn), wo von Bruder Sándor mit großer Dankbarkeit 25 Karton Lebensmittel für den Behindertenverein übernommen wurden.

Nicht weit von der Stadt gibt es eine Romasiedlung in Napkor, wo wir 15 Karton Lebensmittel übergeben konnten.

Unsere Reise führte uns weiter an die ukrainische Grenze nach Tuszér zu Veronika, einer griech.-kath. ehrenamtl. Sozialarbeiterin. Dort konnten wir Weihnachtspäckchen für Kinder, Lebensmittel und 120 kg Altbrot (von Kremstaler Hofbäckerei Resch) überbringen.

Nun ging es weiter in die Slowakei nach Biel. Für die 120 km von Tuszér bis Biel sind wir auf Grund der schlechten Straßenverhältnisse mehr als 3 Stunden gefahren. Erleichtert erreichten wir um 21.30 Biel. In diesem armen Gebiet (Cierna nad Tisou) an der ukrainischen Grenze sind 60 % der Bevölkerung arbeitslos. Der Durchschnittslohn beträgt monatlich € 250,00. Die Lebenskosten sind so hoch wie in Österreich. Zwei Tage verbrachten wir bei einer netten Familie. Von dort aus verteilten wir in kleineren Orten bei armen Familien Lebensmittelpakete. Eine davon war eine Großfamilie. Die Mutter von Drillingen wurde von ihrem Mann verlassen und muss mit € 250,00/Monat auskommen. Ein anderer Besuch war bei Frau Tomori Margit, einer gelähmten Frau, die im Sommer ein elektrisches Krankenbett aus Österreich bekam. Mit Tränen in den Augen bedankte sie sich bei Karl Bloderer für das Bett. Ein Krankenbett ist in der Slowakei für normale Leute nicht leistbar. Durch Zufall kamen wir auch in die Schule, in die wir einmal Schulmöbel aus der HS Pettenbach gebracht haben. Wir verteilten dort Süssigkeiten und Lebensmittel und überbrachten das Friedenslicht. (siehe Foto) Die Schüler verfassten ein Dankschreiben, mit dem Wunsch, eine Partnerschaft mit der Klasse 3F, des Gymnasiums in Kirchdorf (die sich an der Lebensmittelaktion beteiligt hat) zu schließen. Diakon Horváth Micháel holte sich die Lebensmittel in Biel persönlich ab.

Am Dienstag um 5.00 Früh brachen wir um viele Pakete erleichtert auf nach Szendrólád (in Nordungarn) zu einem Altenheim. Dort übergaben wir 20 Karton Lebensmittel.

Weiter ging es in das Bergdorf Borsodnádasd zur Fam. Leitner. Die 25 Karton Lebensmittel wurden mit großer Dankbarkeit angenommen. Eine besondere Freude war das alljährlich mitgebrachte Friedenslicht, das feierlich in die Kirche getragen wurde.

Unsere Weihnachtstour endete im Behindertenheim Örbottyan. Das Heim beherbergt ca. 200 Behinderte und wird von der reformatorischen Kirche geführt und großteils über Spenden finanziert. Wir konnten dieses Mal 62 Karton Lebensmittel dort lassen.

Überall, wo wir hinkamen wurde mit strahlenden Augen und Staunen das Friedenslicht entgegen genommen.


 Übergabe des Friedenslichtes an Érika in der Romasiedlung in Napkor             Übergabe des Friedenslichtes an eine behinderte Frau in Biel

"Im Namen der Bedürftigen in Osteuropa bedanke ich mich herzlich für die Sach- und Geldspenden und möchte jedem von uns eine so vorweihnachtliche Woche wünschen. An jedem Tag dieser Woche war für mich und Charli (Mitfahrer) Weihnachten. Meine Devise ist es, soweit es in meiner Macht steht, Spenden von euch an wirklich Bedürftige zu verteilen." (Karl Bloderer)